Antirassistischen Aktionstagen 2009 in Berlin
Die antirassistischen Aktionstage unter dem Motto „Die Grenze ist überall – Fight Racism – Grenzenloser Widerstand“ sind fast vorbei.
Am Sonntag den 18. Oktober beteiligten sich über 300 Menschen an dem Straßenfest vor der Motardstraße. Lautstark wurde von BewohnerInnen des Lagers und anderen zum Ausdruck gebracht, dass Grenzen eingerissen werden müssen, die um Lager gebaut werden, die Menschen den Zugang zu Bildung verwehren, u.v.m. Auf über acht Sprachen mit Übersetzungen wurde sich über die unwürdigen Bedingungen im Lager Motardstraße ausgetauscht.
Bereits am Samstag, den 17.10. fand ein Workshop zum Thema ‚Rassismus und Kapitalismus‘ statt. Am Abend gab es eine Informationsveranstaltung mit dem Film ‚They are black, Yes we are!‘ von der FIB(Flüchtlingsinitiative Berlin-Brandenburg), der Alltagsrassismus thematisiert. Residenzpflicht und das Leben als Flüchtling im Lager werden kritisiert. Im Anschluss fand ein gut besuchtes HipHop-Konzert statt.
Am Montag, den 19. Oktober protestierten über 50 Menschen vor der Ausländerbehörde Nöldnerplatz. Die Ausländerbehörde wurde zwei Nächte zuvor von Unbekannten mit viel roter Farbe verschönert und die Scheiben kaputt geschlagen.
Es gab Beratung und viele Informationen von verschiedenen Gruppen und Organisationen und ein Theaterstück zum Thema Residenzpflicht und rassitischer Polizeigewalt von ‚Refugees Emancipation‘ wurde aufgeführt.
Ca. 70 Menschen machten am Dienstag, den 20. Oktober eine lange Fahrrad-Demonstration durch Berlin. Die Fahrrad-Demonstration hatte sowohl den sich teilweise offen, teilweise strukturell zeigenden rassistischen Konsens in Deutschland zum Thema, wie auch die konkreten alltäglichen Zumutungen im Leben von Flüchtlingen in Deutschland. Stationen waren unter anderem das Brandenburger Tor, wo ein Redebeitrag zur Situation von Flüchtlingen auf der griechischen Insel Lesvos gehalten wurde. Auch die Grenzschutzagentur FRONTEX wurde stark kritisiert und ihre Verantwortlichkeit für den Tot von tausenden von Flüchtlingen im Mittelmeer aufgezeigt.
Auch vor der Polizeidirektion 33 wurde gestoppt und Beispiele von rassistischen Polizeiübergriffen wurden vorgelesen und zum Kampf dagegen aufgerufen.
Zum Abschluss fand eine Kundgebung vor der Ausländerbehörde Friedrich-Krause-Ufer statt, wo jeden Tag versucht wird von SachbearbeiterInnen den Aufenthalt von Flüchtlingen und MigrantInnen in Deutschland zu verkürzen.
Wir fordern ein Bleiberecht für alle Menschen und das Einreißen von Grenzen im Kopf, um Lager, um Nationalstaaten, zwischen oben und unten!
Wir akzeptieren kein einziges Gesicht des Rassismus und bekämpfen ihn jeden Tag, egal ob Aktionstage sind oder nicht!



